Radio FFH Speck-weg-Check:Atkins-Diät (5)

In der vierten Woche hat die FFH-Mitarbeiteerin immerhin 1,7 Kilo abgenommen. Das Essen ist ihr aber wohl nicht immer leicht gefallen und ist ins Geld gegangen, denn auf Pizza, Brot, Nudeln etc. mußte sie verzichten.
Die Atkins-Diät wir häufig als frei von Kohlenhydraten und Mengenbeschränkungen beschrieben. Lediglich Eiweiß und Fett soll verzehrt werden, was die Fettverbrennung ankurbeln soll. Das entspricht jedoch nicht der ursprünglichen Idee der Atkins-Diät. Tatsächlich sollen in der 4-wöchigen Einführungsphase 20g Kohlenhydrate in Form von Gemüse (außer Kartoffeln), Nüssen und Beeren aufgenommen werden. In der Reduktionsphase sind zunächst 5g pro Tag erlaubt, die Menge wird wöchentlich um 5g erhöht bis keine Gewichtsreduktion mehr erfolgt und dann wieder um 5 g runter gesetzt. Merke: Fett verbrennt im Feuer der Kohlenhydrate! Ohne Kohlenhydrate kann der Körper kein Fett verbrennen.

Der hohe Eiweiß-Anteil sorgt für eine gute Sättigung während der Atkins-Diät, jedoch auch für eine Belastung der Nieren: Bei der Umwandlung von Eiweiß in Energie entsteht Ammoniak, der im Körper als Zellgift fungiert und deshalb möglichst schnell in Harn gebunden werden muss. Der Harn muss ausgeschieden werden, wodurch die Nieren belastet werden. Wird zu wenig getrunken, können sich Harnsteine bilden, die zu unangenehmen und lebensbedrohlichen Erkrankungen führen können!

Dass Eiweiß auch über Soja aufgenommen werden kann, wird bei Anwendern der Atkins-Diät häufig nicht bedacht. Stattdessen wird Fleisch meist zum Hauptnahrungsmittel. Fleisch enthält viel Fett, vor allem Schweinefleisch und Rindfleisch. In Fett sind jedoch auch die Umweltgifte abgelagert, die die Tiere zuvor aufgenommen haben und die dann in den menschlichen Körper überführt werden.

Die Atkins-Diät setzt zudem auf Fettverbrennung, bei dieser entstehen sog. Ketone als Abbauprodukt. Können diese über die Nieren, die hierdurch zusätzlich belastet werden, nicht ausreichend ausgespült werden, droht eine Übersäuerung des Körpers, die Schäden an Gefäßwänden und Organen anrichten kann und in extremen Fällen zum Koma führen kann. Die hohe Fettzufuhr und die geringe Zufuhr an Ballaststoffen lassen zudem ein höheres Risiko für Arteriosklerose und Krebserkrankungen erwarten.

Wer unbedingt die Atkins-Diät ausprobieren will, sollte sich zuvor gründlich über die Diät informieren statt einfach nur die Kohlenhydrate wegzulassen. Auch sollte geprüft werden welche Nahrungsmittel außer Fleisch geeignet sind.

Grundsätzlich kann ich die Diät nicht empfehlen. Diabetiker sollten grundsätzlich auf diese Diät verzichten, da die Nieren durch die Diabetes bereits stark belastet sind und die Medikamentation anzupassen wäre. So kann z.B. das häufig bei Diabetes Mellitus Typ 2 eingesetzte Metformin bei zu geringer Kohlenhydratzufuhr zusätzlich zu einer Übersäuerung des Körpers beitragen und beim Typ 1 besteht sowieso aufgrund des Insulinmangels ein erhöhtes Risiko der Keton-Bildung.

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